Das Haar im Speziellen

Für HYPOGEN HAIR CARE® ist es nicht nur ein Anspruch, reizfreie und allergieminimierte Produkte darzustellen. In langer Zusammenarbeit mit Friseuren hat sich erwiesen, dass das Haar eines Allergikers und auch das Haar bei gereizter Kopfhaut besondere Ansprüche an Pflege und Regeneration haben.

Haarplastizität

Haarplastizität ist eine Eigenschaft des Haares, die für viele selbstverständlich ist. Haar mit Plastizität ist gut frisierbar und nimmt beim Styling Volumen an. Eben bei Allergikern, bei gereizter Kopfhaut oder auch bei Schwangerschaften, Erkrankungen und Vielem mehr mangelt es dem Haar nahezu immer an Plastizität und Volumen. Das Haar ist nicht mehr frisierbar und fällt schnell einfach leblos herunter, ohne Form anzunehmen.

Das Stratum Corneum nährt das Haar

Das Haar ist im wissenschaftlichen Sinne ein Anhangsgebilde der Haut. Seine strukturelle Eigenschaft wurde lange Zeit ausschließlich auf die Keratin-Faserstruktur zurückgeführt. Heute ist die Wissenschaft jedoch weiter: Man weiß, dass diese Faserstruktur nur ca. 55 – 65 % des Haarvolumens ausmacht. Die anderen 35 – 45 % bestehen aus dem Zellmembrankomplex des Haares, der sich zwischen den Keratin-Fasersträngen des Faserstammes und zwischen den Schuppenringen des Haares befindet. 35 – 45 % der Eigenschaften eines Haares sind somit variabel und nicht konstant. Der Zellmembrankomplex ist nicht nur eine „Kitt-Masse“, welche die Keratinfasern zusammenhält – der Zellmembrankomplex des Haares ist maßgeblich für Plastizität wie Volumen und somit auch für die Konditionierung des Haares verantwortlich.

Der Zellmenbrankomplex ist also der natürliche Konditionierungsfaktor des Haares. Dieser Konditionierungsfaktor ist am effizientesten, wenn der Zellmembrankomplex des Haares möglichst viel Wasser einlagern kann (molekular gebundenes Wasser). Dies wird als die sogenannte Moisture Balance des Haares bezeichnet.

Die spezielle sublevactum-Formel sowie das LLS-System als Schlüssel der HYPOGEN CARE® -Wirkungsweise sind exakt auf die wasserbindende Eigenschaft des Zellmembrankomplexes des Haares ausgerichtet. Es handelt sich um biomimetische, der Natur nachempfundene Haarpflegesysteme auf rein natürlicher, reizfreier Basis. Haarschädigungen werde so regeneriert und egalisiert. Auch die Kopfhaut wird so gepflegt, geschützt und regeneriert.

Kern der Betrachtung einer jeden Haarpflege muss wie gezeigt die Funktionsweise der natürlichen Konditionierung, also des Zellmembrankomplexes sein. Daraus ergibt sich eines: Haare benötigen viele der unnatürlichen „Pflegestoffe“ herkömmlicher Haarpflege- und Kosmetik nicht. Diese können sich sogar negativ auf das Haar auswirken. Beispielsweise legen Silikon und Mikroplastikpartikel einen Glanzfilm auf das Haar, beschweren dabei jedoch das Haar und nehmen dessen Spannkraft und Volumen. Zudem haben Silikon und Mikroplastikpartikel keine regenerativen Effekte – unter dem Glanzfilm versteckt sich somit häufig kaputtes Haar.

Aufbau des Haares1
Aufbau des Haares2
Aufbau des Haares3

Was ist Haarschädigung?

Haarschädigung ist den meisten nur als Haarspliss, also als Haarbruch bekannt. Dies ist aber nur ein kleiner Teil des Spektrums möglicher Haarschädigungen.

  • Haarschädigung gliedert die Wissenschaft in folgende Bereiche:
    Innerstrukturelle Schädigung, d.h. Schädigung des Faserstamms des Haares,
  • Oberflächenschädigung, d.h. Schädigung der Schuppenschicht des Haares,
  • Schädigung des Zellmembrankomplexes, d.h. Schädigung der Lipidschichten (a) zwischen den Fasersträngen des Faserstamms des Haares und/oder (b) zwischen den Schuppenringen der Schuppenschicht des Haares.
Geschädigtes Haar
Schaubild - Geschädigtes Haar
Gesundes Haar
Schaubild - Gesundes Haar

Innerstrukturelle Haarschädigung

Eine innerstrukturelle Schädigung des Haares erfolgt direkt an den Fasersträngen des Faserstamms. Hier werden sehr häufig die Querverbindungen der Fasern durch physikalische Belastung wie Föhnen und Glätten sowie durch chemische Belastungen wie das Colorieren, Blondieren oder Umformen (Dauerwelle) geschädigt.
Diese Art der Schädigung macht sich durch mangelnde elastische Eigenschaften des Haares bemerkbar. Insbesondere lässt sich das Haar bei starker Schädigung regelrecht zerreißen.
Nachweisen lassen sich innerstrukturelle Schädigungen, indem der Schmelzpunkt des Haares bestimmt wird: Je weniger Quervernetzung im Haar vorliegen, umso mehr fällt der Schmelzpunkt des Haares ab. Normalerweise, d.h. bei unbelastetem Haar (auch Remi-Haar genannt), liegt er bei ca. 300° C.

Haar mit intakter Oberfläche
Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme – Haar mit intakter Schuppenschicht und intaktem Faserstamm (Cortex).
Haar mit intakter Schuppenschicht
Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme – Haar mit intakter Schuppenschicht aber stark geschädigtem (aufgeweichtem) Faserstamm (Cortex).

Haaroberflächenschädigung

Eine Haaroberflächenschädigung erfolgt zumeist durch physikalische Einflüsse (Föhnen, Haarglättung). Hier wird die Schuppenschicht durch eben diese Einflüsse rauer.
Das Haar verliert insbesondere an Glanz und wirkt im Gesamten frizzig, d.h. strohig.

Schädigungsgrade der Haare

Die Schädigungsgrade werden hierbei nach Leveln kategorisiert:

Level 0

Es ist eine flach anliegende, geschlossene Schuppenschicht zu erkennen. Die Übergänge von Schuppe zu Schuppe sind sehr weich. Die Oberfläche des Haares erscheint nahezu glatt. Der Haardurchmesser ist ausladend, da der Zellmembrankomplex reichhaltig Wasser bindet. Das Haar glänzt und ist plastisch.

Level 1

Es ist eine anliegende Schuppenschicht zu erkennen. Die Übergänge von Schuppe zu Schuppe sind minimal härter. Die Oberfläche des Haares erscheint immer noch recht glatt. Der Haardurchmesser ist im Vergleich zu Level 0 geringer, da im Zellmembrankomplex weniger Wasser eingelagert ist. Das Haar glänzt weniger und ist weniger plastisch.

Level 2

Die Schuppenschicht erscheint leicht aufgerichtet. Die Übergänge von Schuppe zu Schuppe sind deutlich sichtbar. Die Oberfläche des Haares erscheint deutlich rau. Der Haardurchmesser ist im Vergleich zu Level 1 geringer, da im Zellmembrankomplex noch weniger Wasser eingelagert ist. Das Haar glänzt noch weniger und ist deutlich weniger plastisch.

Level 3

Die Schuppenschicht ist aufgebrochen und teilweise nicht mehr vorhanden. Der Faserstamm des Haares liegt teilweise frei. Es mangelt deutlich an Glanz und Plastizität und Frizz ist zu erkennen. Das Haar weist eine kritische Zugfestigkeit auf.

Level 4

Die Schuppenschicht ist nicht mehr vorhanden. Der Faserstamm des Haares liegt völlig frei. Das Haar ist glanzlos, weist keine Plastizität mehr auf und ist nicht mehr formbar. Das Haar bricht leicht.

Eine sehr junge Erkenntnis ist die, dass auch zu Schädigungen des Zellmembrankomplexes des Haares kommen kann. Die Lipidschichten des Zellmembrankomplexes sind die Kitt-Masse, die das gesamte Haar durchdringt, die Faserstränge des Faserstamms, die Schuppenringe der Schuppenschicht und wiederum Faserstamm mit Schuppenschicht zusammenhält.
Nicht nur physikalische Einflüsse wie Wärme, sondern auch chemische Einflüsse schädigen den Zellmembrankomplex. Hierbei sind nicht nur Colorationen, Blondierungen und Umformungen als Faktoren zu nennen. Insbesondere herkömmliche Shampoos und Styling-Produkte wie Haarspray schädigen ebenfalls merklich, indem sie den Zellmembrankomplex des Haares destrukturieren bzw. abtragen.

Die Folgen können vielfältig sein, so zum Beispiel trockenes und raues Haar ohne Glanz und ohne Volumen.
Schädigungen des Zellmembrankomplexes werden über die Moisture-Balance des Haares nachgewiesen: Im intakten Zustand ist der Zellmembrankomplex dazu in der Lage, Wasser einzulagern. Je geschädigter der Zellmembrankomplex ist, umso weniger kann er dies.

Haarschäden entstehen in immer der gleichen Reihenfolge

Im Allgemeinen beginnt eine Schädigung immer über den Zellmembrankomplex. Erst wenn dieser destrukturiert oder sogar abgebaut ist, kommt es im zweiten Schritt zur Schädigung der Schuppenschicht. Ist diese massiver geschädigt, liegen die Faserstränge des Haares frei. So können jetzt die Quervernetzungen der Faserstränge des Faserstamms angegriffen werde, bis das Haar schließlich nicht mehr reißfest ist und Haarbruch entsteht.

Der Zellmembrankomplex des Haares muss folglich im Zentrum jeglicher Haarkosmetik stehen:

  • Um Schädigungen zu vermeiden, ist der Zellmembrankomplex des Haares zu stärken (Stabilisierung).
  • Bei Schädigungen gilt es, das Haar über seinen Zellmembrankomplex möglichst schnell wiederaufzubauen (Regeneration).

Eine Idee zu “Wirkspektrum von HYPOGEN HAIR CARE

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